Jan
29

Verletzt Tierquälerei die Menschenwürde?

Es sollte immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass es eines Menschen unwürdig ist, ein wehrloses Tier zu quälen oder zu misshandeln, so ein Zitat von Theodor Heuss.

Ist Tierquälerei nur unmoralisch oder nimmt sie auch Einfluss auf die vom Grundgesetz geschützte Menschenwürde?

Mit dieser Thematik hat sich ein Jurist intensiv auseinandergesetzt. Das umfassende Dossier wurde in der Zeitschrift „Natur und Recht“ 2012, 34: 29-31 des Springer Verlags veröffentlicht. Hier zum Link des Fachartikels „Massentierhaltung und Menschenwürde“ von Dr. jur. Christian Sailer.

Nov
27

Trauriger Rekord: Die Deutschen essen immer mehr Fleisch!

Trauriger Rekord: Die Deutschen essen immer mehr Fleisch!
Die Produktion von Fleisch erreichte im letzten Jahr eine Rekordzahl von 8,0 Mio. Tonnen. Im Jahr 2009 wurde nach Aussagen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) noch 302.000 Tonnen weniger Fleisch produziert.

Vor allem Schweine mussten 2010 für die Gaumenlust ihr Leben lassen: 5,4 Millionen Tonnen Schweinefleisch landeten auf den Tellern, gefolgt von Geflügelfleisch mit 1,4 Tonnen und Rindfleisch mit 1,2 Tonnen.

 

Tierart Einheit 2010 Veränderung gegenüber Vorjahr in % 4. Quartal 2010 Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in %
Rinder insgesamt 1 000 Tiere 3 737,9 – 0,0 1 041,0 – 0,5
1 000 Tonnen 1 185,2 0,9 329,8 1,2
davon:
Ochsen und Bullen 1 000 Tiere 1 555,0 – 0,2 437,3 0,2
1 000 Tonnen 582,9 0,9 164,3 0,6
Kühe 1 000 Tiere 1 331,4 – 3,0 363,2 – 0,3
1 000 Tonnen 405,9 – 1,7 110,2 1,3
Färsen 1 000 Tiere 508,1 6,6 145,3 3,7
1 000 Tonnen 148,6 8 42,2 4,6
Kälber 1 000 Tiere 315,2 4,4 87,6 1,2
1 000 Tonnen 43 5 11,9 0,8
Jungrinder 1 000 Tiere 28,2 – 2,4 7,6 – 2,4
1 000 Tonnen 4,8 – 3,4 1,3 – 18,3
Schweine 1 000 Tiere 58 138,9 3,7 14 979,5 2,8
1 000 Tonnen 5 441,6 3,8 1 405,1 3,2
Lämmer 1 000 Tiere 816,5 3,6 248,2 5,9
1 000 Tonnen 15 3,8 4,6 6
Übrige Schafe 1 000 Tiere 157,6 – 14,4 53,3 – 6,7
1 000 Tonnen 4,8 – 14,1 1,6 – 6,2
Ziegen 1 000 Tiere 23,2 5,6 6,5 19,5
Pferde 1 000 Tiere 9,2 1,4 3 8,7
Ziegen und Pferde 1 000 Tonnen 2,8 2 0,9 10
Zusammen 1 000 Tonnen 6 649,4 3,3 1 742,0 2,8
Geflügel 1 000 Tonnen 1 379,6 7 357,8 5,8
darunter:
Jungmast-hühner 1 000 Tonnen 802,8 7,1 206,1 6,3
Enten 1 000 Tonnen 61,3 – 1,8 17 – 4,4
Truthühner, Perlhühner 1 000 Tonnen 478,5 9,2 124,3 7,9
Insgesamt 1 000 Tonnen 8 029,0 3,90 2 099,8 3,30

Kommentar:
Angesichts der Klimaproblematik, des Welthungers, der zunehmenden Verknappung des Trinkwassers etc. ist das ein elendiges Ergebnis – ganz zu schweigen vom unsagbaren Leid der Tiere, nur weil wir darauf bestehen,  Fleisch zu essen.

Quelle:
destatis.de
Bild: Kerstin Nimmerrichter, pixelio.de

 

Nov
13

Hunde werden lebendig in der Ukraine verbrannt – bitte helfen Sie!

Hunde für die EM 2012 in der Ukraine getötet
In der Ukraine findet 2012 die Fußball-Europameisterschaft statt, dafür geht dieses Land über Leichen. Die ukrainischen Behörden haben sich vorgenommen, ihr Land bis zur Austragung der EM von heimatlosen Tieren „zu säubern“. Aus diesem Grund werden Hunde systematisch vergiftet, erschossen, ja sogar lebendig verbrannt. Für letztere Maßnahme kommt in verschiedenen ukrainischen Städten ein fahrendes Krematorium zum Einsatz. Die Tiere werden eingefangen, angeschossen oder betäubt und direkt in den Verbrennungsofen geworfen! Dieses fahrende Krematorium wurde sogar im Staatsfernsehen beworben.

Ukrainische und schweizer Tierschützer sind entsetzt. Tierschutzorganisationen wie SOS Animals Society Kiev und SOS CHATS NOIRAIGUE setzen sich bereits seit vielen Jahren dafür ein, dass die Hunde kastriert werden und kämpfen gegen das Tiermassaker. Sogar die UEFA übt Kritik an diesem Verbrechen und unterstützen die Tierschützer finanziell für Kastrationsmaßnahmen. Die ukrainischen Behörden scheint dies aber wenig zu interessieren. Sie ziehen ihr Massaker weiter durch.

 

Bitte helft mit!

Bitte helfen Sie den Tieren in der Ukraine und unterstützen Sie den Protest gegen die Massentötungen von heimatlosen Hunden. Schreiben Sie an die Ukrainische Botschaft in Deutschland, sich für eine humane Geburtenkontrolle und gegen die grausamen Tötungen auszusprechen!

 

Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland
Botschafterin Natalia Zarudna
Albrechtstraße 26
10117 Berlin
Telefon: 030-28 88 70
Fax: 030-28 88 71 63

 

Quelle:
peta.de
Bild: Dirk Pollizien, pixelio.de

 

Online-Petitionen

http://www.thepetitionsite.com/2/tell-ukraine-to-stop-burning-animals-alive/

http://www.petitiononline.ch/petition/druck-der-sponsoren-der-em-2012-gegen-das-toeten-der-hunde-in-der-ukraine/85

 

Dieses Protestschreiben ging am 08.11.2011 von mir an die ukrainische Botschaft:

Massentötung von Hunden anlässlich der EM 2012

Sehr geehrte Frau Botschafterin Zarudna,

in Facebook hab ich über die Massentötung der Hunde in Ihrem Land anlässlich der bevorstehenden EM gehört und bin entsetzt. Nein, ich bin regelrecht schockiert, über die Grausamkeiten, die Ihr Land gegenüber Tieren in aller Öffentlichkeit ausübt.
Ich appelliere an Sie, dies sofort zu stoppen, setzten Sie ein Zeichen. Arbeiten Sie mit weltweiten Tierschutzorganisationen zusammen, um eine gute Lösung im Sinne des Tierschutzes zu finden.
Dass die Hunde sich derart vermehrt haben, ist doch eindeutig ein Versäumnis der Behörden und ein mangelndes Bewusstsein der Einwohner gegenüber Haustieren. Der Staat hätte dieses Problem schon seit vielen Jahren in den Griff bekommen müssen z.B. durch Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen und Bezuschussung von Kastrationen.
Was möchten Sie machen, wenn Sie alle Hunde vergiftet, vergast, erschossen, erschlagen und verbrannt haben und die nächste Generation sich weiter vermehrt? Kommt dann wieder das fahrende Krematorium?

Die Bilder des Tiermassakers in der Ukraine  kursieren überall im Internet und schaden bereits Ihrem Ruf – und seien Sie versichert: Die grausigen Bilder werden die Leute auch nach der EM nicht mehr so schnell los werden. Sie blamieren Ihr ganzes Land!

Hochachtungsvoll

 

Update: 17.11.2011, abends

Die Ukraine hat aufgrund der zahlreichen Protestaktionen von Tierschützern reagiert. Das kommt heute Abend in den Medien. Das ukrainische Umweltministerium soll bereits am Donnerstag alle Bürgermeister aufgefordert haben, das Einschläfern der Hunde einzustellen.

Ausländische Hilfe lehnt die Ukraine allerdings ab. Maja Prinzessin von Hohenzollern vom Europäischen Tier- und Naturschutz-Verein wollte der Ukraine mobile Krankenwagen zur Verfügung stellen. Darin könnten westeuropäische Ärzte die Hunde sterilisieren, sagte sie bei einem Gespräch mit dem Kiewer Vize-Bürgermeister Alexander Mazurtschak. Mazurtschak wollte davon allerdings nichts wissen.

Kommentar:
Da stimmt was nicht, wenn ausländische Hilfe abgelehnt wird. Die Ukraine hat sich vorgenommen, die Straßenhunde zu entfernen. Die Frage stellt sich: Wenn ausländische Hilfe für Kastrationsmaßnahmen abgelehnt wird, was passiert mit den Hunden im Verborgenen? Die Sache stinkt!

 


Updates vom  24.11.2011 und 26.11.2011

Aus gegebenen Anlass ist noch Folgendes zu sagen:  Irgendwelche Hasspropaganda, insbesondere auch  gegen die ukrainische Regierung und das ukrainische Volk,  sind hier fehl am Platz und schaden mehr. Davon distanziere ich mich ausdrücklich. Solche Postings werden hier auch nicht veröffentlicht. Da meine Seite vom 20.11.2011 für Propagandazwecke missbraucht wurde, hab ich sie aus dem Netz genommen.

 

Aus den Nachrichten vom, 24.11.2011
In Stern.de ist heute zu lesen, dass aufgrund der zahlreichen Proteste und aufgrund des Einschreitens der Uefa die Ukraine gegen die Hundetötung vorgehen möchte.
Der ukrainische Kulturwissenschaftler Roman Dubasevych hat Zweifel, ob Kiew es mit der neuen Tierliebe wirklich ernst meint. “Es könnte auch ein Lippenbekenntnis sein”, so der Wissenschaftler von der Universität Greifswald. Schließlich sei es ein Widerspruch, auf der einen Seite Mittel- und Kleinunternehmer immer härter zu besteuern und auf der anderen Seite wilde Hunde schützen zu wollen. “Schönheitskosmetische Aktionen sind ein Markenzeichen dieser Regierung”, so Dubasevych.
Auch die Tierschutzorganisation Peta hat großen Zweifel, dass sich an der Situation in der Ukraine rasch etwas ändern wird.

 

Jul
13

Etikettenschwindel: Tierwohl-Siegel für Schlachttiere

Tierwohlsiegel für Schlachttiere - was für ein Hohn
Tierschützer setzten sich im Juni mit Vertretern eines großen europäischen Fleischkonzerns zusammen, um über ein so genanntes „Tierwohl-Siegel“ zu diskutieren. Es soll eingeführt werden, um den Verbrauchern kenntlich zu machen, dass das verwendete Tier unter besseren Lebensbedingungen gehalten wurde, als es den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dabei sollen verschiedene Qualitätssiegel vergeben werden: Ein silbernes, wenn bestimmte Bedingungen bei der Schlachtungen erfüllt, die Tiere bei der Kastration gegen die Schmerzen betäubt und den Tieren die Kringelschwänze nicht mehr abgeschnitten werden.

Wer zusätzlich den Tieren noch Auslauf oder Freihaltung gewährt, kann mit einem Premiumlabel aufwarten. Dr. Brigitte Rusche vom Deutschen Tierschutzbund erklärt, dass die Zielgruppe konventionelle Fleischproduzenten und der Massenmarkt sein soll. Ab Herbst sollen Schweine und Hühner von dieser Aktion profitieren. Der Deutsche Tierschutzbund möchte die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Die Mehrkosten für dieses „Tierwohl-Siegel“ werden an die Verbraucher weitergegeben, weil es Verbraucher gibt, die dazu bereit sind.

Kommentar:
Dieses Siegel wird ja nur bei einem kleinen Anteil der Nutztiere zum Tragen kommen – von Seiten der Fleisch-Produzenten und Händler stehen hier sicherlich wirtschaftliche Interessen im Brennpunkt.
Ginge es wirklich um das Wohl der Tiere, würde die Fleischindustrie selbstverständlich für alle Tiere eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Haltung und Schlachtung vorschlagen und auf eigene Kosten durchsetzen.

Das „Tierwohl-Siegel“ soll dem Konsumenten vorgaukeln, dass es dem Tier „wohl“ ergangen sei und dass der Verbraucher womöglich noch etwas Gutes tue, wenn er dieses Fleisch isst. Sicherlich, er unterstützt damit eventuell, dass das Tier auf seinem Teller ein kleines bisschen weniger gequält wurde als andere Leidensgenossen – aber reicht das wirklich? Die Brutalität und die Machenschaften der Fleischindustrie sind bekannt, und diese unterstützt der Verbraucher letztendlich. Was für ein Etikettenschwindel! Müsste es nicht „Klein-weniger-Qual-Siegel“ heißen? Was meint ihr?


Referenz:
hna.de, 30.06.2011: Tierschutzbund will Fleisch mit Tierwohlsiegel auszeichnen.

Jun
16

Australien möchte 1,2 Millionen Kamele töten

Australien möchte 1,2 Millionen Kamele töten
Australien zieht in Erwägung, 1,2 Millionen wilde Kamele abzuschlachten. Der Grund: Die Rülpserei der Tiere soll angeblich soviel CO2 ausstoßen wie 300.000 Autos. Das australische Parlament mit seinen Parteien steht hinter diesem Vorschlag und möchte diesen Plan in den nächsten Tagen schon verabschieden.

Für jedes getötete Tier soll ein CO2-Zertifikat ausgegeben werden. Der Wert eines getötetes Tieres beträgt ca. 70 australische Dollar, das sind ca. 50 Euro. Mark Dreyfus, der zuständige Staatssekretär, verlautete: „Die Zertifikate könnten im In- und Ausland an Firmen verkauft werden, die Verschmutzungsrechte brauchen.“


Kommentar:
Der Schwarze Peter bezüglich der hohen CO2-Werte in Australien soll jetzt den Kamelen zugeschoben werden. Außerdem lässt sich damit doch ein stattliches Sümmchen verdienen: Umgerechnet 50 Euro Kopfgeld für 1,2 Millonen Kamele sind immerhin 60 Millionen Euro! Dieses Vorhaben ist einfach nur pervers.

Mittlerweile müsste doch auch in Australien bekannt sein, dass der weltweite Fleischkonsum zu einem Drittel der CO2 Emissionen beträgt. Und in Punkto Fleischverzehr stehen die Australier nach Angaben der FAO 2007 mit einem durchschnittlichen jährlichen Kopfverbrauch von 122,70 kg gemeinsam mit den USA (122,79 kg) an der weltweiten Spitze.

Zum Vergleich: Der Deutsche verzehrte 2007 jährlich 87,88 kg Fleisch (FAO 2007) – bei einer damaligen Einwohnerzahl von 82,3 Millionen sind das hochgerechnet über 7,2 Millionen Tonnen Fleisch.

Die Firma Apro hat bezüglich der Einsparung von CO2-Emissionen durch minimalen Fleischverzicht ein interessantes Rechenexempel durchdacht: Wenn alle Deutschen nur einmal die Woche auf Fleisch- und Fleischprodukte verzichten würden, käme das einer von 2,3 Millionen Autos produzierten Emissionsmenge gleich.

Jetzt könnte man einmal ausrechnen, welche CO2-Emissionsmengen die Australier sparen könnten, wenn diese einmal wöchentlich in Ihrem Speiseplan eine vegetarische Mahlzeit einbauen würden: Unter Zugrundelegung der Zahlen des Jahres 2007 mit 22,3 Millionen Australiern, die jährlich durchschnittlich 122,79 kg Fleisch verzehren, kommt man auf eine Gesamtverzehrmenge von 2,7 Millionen Tonnen im Jahr.

Setzt man diese Zahl ins Verhältnis mit der deutschen jährlichen Fleischverzehrmenge von 7,2 Millionen Tonnen und der Einsparung der CO2-Emissionen von 2,3 Millionen Autos käme man auf eine Einsparung der Emissionen von 860 000 Autos, wenn die Australier einmal wöchentlich auf Ihren Braten verzichten würden.

Dieser Wert ist sicherlich nicht absolut, weil sich z.B. die Zahlen des jährlichen Fleischverzehrs auf das Jahr 2007 beziehen und in Australien auch andere Fleischsorten bevorzugt werden als in Europa. Dennoch ist dieser Vergleich ein Anhaltspunkt dafür, was ein nur minimaler Verzicht einer wöchentlichen Fleischportion in Australien bewirken könnte – nämlich das Einsparen von fast dreimal soviel Emissionswerten als das Abschlachten von 1,2 Millionen Kamelen.

Referenz:
focus.de, 09.06.2011: Klimazertifikate für Abschuss rülpsender Kamele
spiegel.de/flash/flash-24056.html
australien-info.de/daten-bevoelkerung.html
klimawandel.de, 11.02.2010: Apro Kampagne: Joint the movement now – Ernährungsweise ändern, CO2 reduzieren

Bild: Dieter Schütz, pixelio.de

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